09.11.08 15:52

Brass Band Konzert

Regensburg St. Johannes


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Michael Antrobus



Michael Antrobus zu Gast bei der Bayerischen Brassband Akademie

 

Zu einem Probenwochenende in Marktoberdorf mit anschließendem Konzert in Wildpoldsried reiste der Brassbandspezialist Michael Antrobus aus Norwegen an. Der ständige künstl. Leiter Franz Matysiak  und Michael Antrobus  konnten das Akademie Orchester über Ihre Grenzen hinaus beflügeln und herausfordern. Vor vollem Haus gab die 3 BA  ein überaus überzeugendes Akademieabschluss - Konzert.

 

Michael Antrobus Karriere begann, als er nach seinem Studium bei Maurice Handford und Sir John Barbirolli dazu berufen wurde, das staatliche Symphonieorchester in London zu leiten. Davor arbeitete er als freischaffender Trompeter. Nach diesem Engagement kehrte er in seinen Geburtsort nach Liverpool zurück, wo er sich dem Bläserensemble des Königlich-philharmonischen Orchesters anschloss und zum Dirigenten des Chores und des Orchesters der dortigen Universität wurde.

Als er 1977 zum Orchesterleiter der legendären Black Dyke Mills Band ernannt wurde, gab er seine Stellung in Liverpool auf. Nach einer Konzertreise durch Norwegen erhielt er einen Lehrauftrag am Konservatorium in Bergen, dessen Schwerpunkt auf der Brassband Musik lag. Michael Antrobus dirigierte sowohl reine Blechbläserensembles, als auch Symphonieorchester und hatte auch großen Einfluss auf die Militärmusik.


Seit 1989 arbeitet er als freiberuflicher Dirigent und Lehrer mit Orchestern, Bands und kleinen Ensembles in Skandinavien, Großbritannien, den Niederlanden und auch in Deutschland.

 
Im Laufe der Jahre hat er sich sowohl was die klassische als auch die moderne Musik betrifft, einen Namen gemacht. Vor allem bei Premieren ist sein Engagement gefragt. Er bezeichnet sich trotz seiner Erfahrung als „ewiger Student“.

 

In einem Interview antwortete er auf die Frage, was denn den Reiz ausmacht eine Brassband zu leiten im Gegensatz zu einem anderen Ensemble, dass es ihm im Grunde gleich sei, ob es eine Brassband, ein Symphonieorchester oder auch ein Chor sei. Es geht nur darum, dass die Musiker mit Leidenschaft dabei sind, gute Musik mit guter Qualität machen zu wollen. Er ist jedoch immer wieder erstaunt, mit welcher Leichtigkeit doch manchmal technisch sehr schweres Repertoire in einer Brassband gespielt wird. Nicht ohne Grund sind die meisten Blechbläser in britischen Symphonieorchestern ehemalige Brassbandspieler.

Den Sound einer Band betrachtet Michael Antrobus als Medium den Menschen zum richtigen Zuhören zu bringen. Es werden damit sehr vielschichtige Emotionen erzeugt, die von Wohlbefinden und Entspannung bis hin zu Wut und purer Verzweiflung reichen.  Wenn er die Brassband Instrumente mit denen eines Orchesters vergleichen müsste, wären die Solo-Cornets die ersten Geigen, die Althörner die zweiten Geigen, die Baritons die Bratschen, die Euphonien die Celli und die Tuben die Contrabässe. Das „echte“ Blech sitzt seiner Meinung nach in der zweiten Reihe und zwar bei den zweiten und dritten Cornetten sowie den Posaunen.

 

Die Zukunft von Brassbands in Deutschland vergleicht er mit einer offenen Türe, da diese Art des Musizierens hier ja noch recht neu ist. Vor 25 Jahren herrschte in Norwegen noch die gleiche Situation. Doch dann interessierten sich immer mehr Leute dafür. Es entstand ein Schneeballeffekt.

Die Möglichkeit in diesem Ensemble auch die typischen Instrumente spielen zu können, ist dadurch gegeben, dass vom Es-Cornet bis zu Bb-Tuba jeder den Notenschlüssel in seine Tonart lesen kann und niemand umlernen muss. So wurde es mit der Zeit leicht gute Leute zusammen zu bringen.

 

Es könnte hier in Deutschland genauso laufen wie vor einiger Zeit in Norwegen. Davon ist Michael Antrobus überzeugt.  Die Arbeit der 3BA wird dazu sicherlich Ihren Beitrag leisten können. Er freut sich auf die weitere zukünftige viel versprechende Zusammenarbeit mit der Bayerischen Brassband Akademie. So wird er nochmals Mitte Mai helfen bei den Vorbereitungen auf den Wettbewerb und im Herbst wieder in der Brass-Band Akademie mitwirken. Diese Zusammenarbeit wird unter anderem durch für dieses 3BA Akademie - Jahr gewährte Unterstützungen  aus dem Kulturhaushalt vom Regierungsbezirk Oberbayern und bereitgestellten Mitteln der Stadt Ingolstadt möglich.

 

Die Band der Bayerischen Brassband Akademie hat an diesem Wochenende wieder sehr viel dazugelernt und freut sich darauf, dies auch in den nächsten Konzerten anwenden zu können.

 

 

21. November 2008 um 09:35 Uhr


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